Familie in Bewegung e.V. in der Presse

»Wo Eltern und Kinder gemeinsam wachsen« - Evangelischer Kirchenbote, 23/2010

Praxisorientertes Kursangebot bei Ludwigshafener Familienbildungsverein - In der Region gut vernetzt

Bewegt geht es eigentlich immer zu, wenn der Ludwigshafener Familienbildungsverein Familie in Bewegung zu einem seiner zahlreichen Kurse einlädt. Ob Bewegungskurse für die Allerkleinsten, eine Kreativwerkstatt für Grundschüler oder ein Wohlfühlnachmittag für die ganze Familie, immer stehen die Kinder und das gemeinsame, familiäre Erleben im Mittelpunkt. Vier Jahre erst besteht der gemeinnützige Verein, doch ist er seinem Ziel, der maßgebliche Ansprechpartner für praxisorientierte Eltern- Kind-Arbeit in der Region zu werden, schon ein gutes Stück nähergekommen. Knapp 100 Kurse werden im Halbjahr angeboten, die von rund 800 Familien besucht werden. Ziel sei es, Familien in ihrem Alltag langfristig zu begleiten, zu unterstützen und zu stärken, sagt die Vorsitzende Iris Letsch.

„Ja wir sind die Bärenkinder …“, klingt es durch den Kursraum im Gemeindehaus der Pauluskirche. Elf Kinder zwischen einem und drei Jahren sind mit ihren Müttern und der Familienpädagogin Iris Letsch wie jeden Dienstagmorgen zusammengekommen. Auch ein Vater ist dabei. Nach der musikalischen Begrüßung leitet die Kursleiterin zu einem Fingerspiel über: „Himpelchen und Pimpelchen, die gingen auf einen Berg …“

Danach steht entweder das gemeinsame Basteln, eine Bewegungsbaustelle oder das Musizieren mit Orff’schen Instrumenten auf dem Programm. Heute hat die Kursleiterin Kneten mit Brotteig ausgesucht. Mit Begeisterung formen die Kinder Schlangen, Kugeln, Tiere und Brezeln. „Hier erhalten die Kinder und die Eltern gleichzeitig verschiedene Impulse“, erklärt Iris Letsch die kreative Sequenz der Gruppe. „Die Kinder schulen ihre Feinmotorik, den Tastsinn und ihre Wahrnehmung. Die Eltern bekommen den Impuls, dass es auch unter Zeitdruck möglich ist, sich mit den Kindern zu beschäftigen.“ Während Mama oder Papa das Brot für das Abendessen backt, knetet das Kind und kann seine Kreationen gleich mit im Ofen backen. Die Eltern unterhalten sich derweil angeregt, verabreden sich für den Nachmittag auf dem Spielplatz. Das ist durchaus gewollt. „Familiäre Netzwerke sollen aus den Kursen heraus entstehen“, erklärt Beate Eisensteck, zweite Vorsitzende des Vereins.

„Gemeinsam wachsen“ ist der Leitgedanke von Familie in Bewegung und auch der Name des eigens entwickelten gruppenpädagogischen Konzepts für Eltern mit ihren Kindern von null bis drei Jahren. Das neue Konzept ziele bewusst auf die gesamte Familie ab, erläutert Letsch. Im laufenden Halbjahr werden bereits sieben Eltern-Kind-Kurse nach „Gemeinsam wachsen“ durchgeführt. „Eltern werden motiviert, sich den Herausforderungen des Erziehungsalltags zu stellen und in ihrer Elternrolle aber auch in ihrer Gesamtpersönlichkeit gemeinsam mit den Kindern zu wachsen“, sagt die Vorsitzende.

Ein zweites Standbein der Vereinsarbeit bilden die musikalisch-kreativen Kurse. Schon Eineinhalbjährige kommen zu den „Musikkindern“ und machen erste Erfahrungen mit der Welt der Musik. „Ganzheitliche Musikerziehung soll Spaß und Freude an Musik wecken und fördern. Sprache, Bewegung und Körperbewusstsein werden durch Bewegungslieder angeregt und die Koordination gefördert“, erläutert Kursleiterin und Vorstandsmitglied Brigitte Klein-Lemcke. Der Spaß am gemeinsamen Tun und die Freude an der Musik stehe im Vordergrund, die soziale Kompetenz und Kreativität werde wie nebenbei gefördert.

Die vier ehrenamtlich tätigen Frauen des Leitungsteams sehen den Verein auf dem richtigen Weg. Der enorme Zuspruch und die langen Wartenlisten zeigten, wie groß der Bedarf an familienorientierten Kursangeboten und einer fundierten Begleitung der Familien in ihren wechselnden Lebenssituationen ist. Durch Kooperationen mit anderen Trägern der Familienbildung ist der Verein in der Region gut vernetzt.

Wenn in der Eltern-Kind-Gruppe am Dienstagmorgen das Abschlusslied gesungen wird, sind anderthalb Stunden „Gemeinsam Wachsen“ wie im Fluge vergangen. Gute Gespräche und anregende Ideen für die Beschäftigung mit den Kindern zu Hause hat es reichlich gegeben. Und die Vision, familienpädagogische Begegnung, Begleitung und Beratung erreich- und bezahlbar zu machen, ist ein Stück Realität geworden.

Anette Konrad

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